AQUA – Anpassungsqualifizierung für ausländische Erzieherabschlüsse

Druckversion
Allgemeine Informationen

Pädagogische Fachkräfte weisen bereits im EU-Vergleich unterschiedlichste Professionsprofile auf, die im internationalen Vergleich noch differenzierter sind. Diese Anpassungsqualifizierung soll obligatorisch sicherstellen, dass für die zukünftige Tätigkeit als Erzieher/in im Freistaat Sachsen folgende berufliche Handlungskompetenzen vorhanden sind bzw. erworben werden:

  • pädagogisches Arbeiten unter Berücksichtigung des Rechtsverständnisses der BRD und des Freistaates Sachsen für die Arbeitsfelder von Erzieherinnen und Erziehern
  • pädagogisches Arbeiten auf der Grundlage des Sächsischen Bildungsplanes
  • pädagogisches Handeln in Arbeitsfeldern, welche in der Ausbildung des Herkunftslandes keine bzw. eine untergeordnete Rolle gespielt haben

Die Ausbildung wird geregelt durch die „Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über die Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen für Erzieher, Heilerziehungspfleger und Heilpädagogen (Erzieher-Anerkennungsverordnung – AnerkVO Erzieher) vom 30. Mai 2016 http://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/16920

Ausbildugsablauf

Die Teilnehmer/innen absolvieren in Abhängigkeit von der durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus oder der Sächsischen Bildungsagentur durchgeführten Einzelfallprüfung nach Absolvierung der fachtheoretischen und berufspraktischen Ausbildung eine Eignungsprüfung.

Die fachtheoretische Ausbildung umfasst folgende Unterrichtsmodule:

  • Grundlagen der Arbeitsfelder und berufsrelevante rechtliche Rahmenbedingungen der Tätigkeit von Erzieherinnen und Erziehern in Sachsen (40 Stunden)
  • Beziehungen gestalten und Bildungsprozesse anregen und unterstützen (80 Stunden)
  • Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene beobachten und deren Bildungsprozesse dokumentieren (40 Stunden)
  • Lebenswelten und vielfältige Lebenssituationen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wahrnehmen und Inklusion fördern (40 Stunden)

Im fachtheoretischen Teil der Eignungsprüfung soll jedes Prüfungsgebiet nicht länger als 60 Minuten geprüft werden.

Die berufspraktische Tätigkeit ist in Arbeitsfeldern zu leisten, welche in der Ausbildung des Herkunftslandes keine bzw. eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Der fachpraktische Teil der Prüfung soll 180 Minuten nicht überschreiten, wobei ein Drittel der Prüfungszeit für das abschließende Fachgespräch zur Verfügung stehen soll.

Beide Teile der Eignungsprüfung werden als  Einzelprüfung durchgeführt. Das Ergebnis der Prüfung lautet „Bestanden“ oder „Nicht bestanden“. Die erfolgreiche oder nicht erfolgreiche Teilnahme wird bescheinigt.

Ausbildungsziel

Ziel des Bildungsganges ist der Erwerb des Abschlusses „Staatlich anerkannte/r Erzieher/in“ für Bewerber/innen mit ausländischen Ausbildungsabschlüssen im Tätigkeitsfeld des/r  „Staatlich anerkannten Erziehers/in“.

Der Bewerbung sind beizufügen:

  • Bewerbungsschreiben, tabellarischer Lebenslauf und ein Lichtbild
  • Bescheid des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus oder der Sächsischen Bildungsagentur über die Gleichstellung des Abschlusses bzw. von Tätigkeitsfeldern des Erziehers nach sächsischem Recht einschließlich der im Bescheid festgelegten Ausgleichsmaßnahmen
  • Nachweis deutscher Sprachkenntnisse auf dem Sprachniveau B 2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER)
  • mit Beginn der Ausbildung ein erweitertes Führungszeugnis zur Prüfung der persönlichen Eignung nach § 72 a des Achten Buches des Sozialgesetzbuches – Kinder- und Jugendhilfe

9. Oktober 2016 | Administrator 


© Henriette-Goldschmidt-Schule 2016